No.9 – Unknown – Unknown male choir in Westphalia

rauschSong: unknown

Artist: Unknown male choir in Westphalia

Protocol from memory of a home visit of Mrs Simon (ca. 75)

“Please scroll down for original german Version! / Bitte herunterscrollen für deutschen Orgionaltext!”

Mrs Simon was already waiting for us on the staircase.

She just stood there with her rollator in the half-dark corridor; on her head a red twinkling Santa-hat. In the doorway to her flat, right on the doorstep, was placed a Christmas scene. It was a tiny little crib made entirely of cork, complete with Holy Family ’n’ all. Fixed to the rooftop of the stable was a sheet of kitchen paper saying, ‘Welcome to my little home.’

Mrs Simon had cooked for us; pears, beans and bacon. Actually she had warmed it up from what she had frozen earlier. After the meal Mrs Simon pulled out a music cassette. The cassette was quite old already and had a typewritten label. The writing was hard to decipher. It was a recording of a male choir from Westphalia, Germany.

My assistant put the cassette in a player. Not much could be heard other than mostly static noise and an abraded, hardly audible low song of a male choir. The abrasion was like that of well rounded sea shore pebbles. Mrs Simon told us that she had listened to the cassette a lot, in the process heavily wearing the tape. In days gone by one could hear the choir clearly. Now she listens to the faded tape and remembers what it sounded like then.

 

Song: Unbekannt

Künstler: Unbekannter Männergesangsverein aus Westfalen

Erinnerungs-Protokoll eines Hausbesuches bei Frau Simon (ca. 75 Jahre)

Frau Simon erwartet uns bereits im Hausflur. Sie steht mit ihrer rollbaren Gehhilfe im halbdunklen Flur. Sie trägt auf dem Kopf eine rot blinkende Weihnachtsmann-Mütze.

In der Tür zu ihrer Wohnung steht, direkt auf der Türschwelle, eine Weinnachtskrippe. Eine kleine Weihnachtskrippe, ganz aus Kork, drin die heilige Familie etc. Auf dem Dach liegt ein Blatt Küchenpapier, auf dem steht: “Herzlich willkommen in meinem kleinen Heim”.

Frau Simon hat für uns Birnen, Bohnen und Speck gekocht. Beziehungsweise, das hat sie aufgewärmt, sie hatte es eingefroren.

Nach dem Essen bringt Frau Simon eine Musikkasette zum Vorschein. Die Kassette ist bereits sehr alt und mit Schreibmaschine beschriftet. Die Schrift ist nur schwer zu entziffern.

Es handelt sich um Aufnahmen eines Männergesangvereins aus dem Westfälischen. Mein Assistent legt die Kassette ins Abspielgerät.

Man kann aber nicht viel Hören, hauptsächlich ein breitfrequentiges Rauschen und einen wie abgeschliffenen, kaum noch akkustisch wahrnehmbaren, tiefen Chorgesang.

Der Chorgesang ist abgeschliffen wie Kiesel am Meeresstrand.

Frau Simon berichtet, sie habe die Kassette sehr oft gehört, infolgedessen sei das Band stark abgenutzt. Früher habe man die Musik gut gehört. Sie hört das Band jedoch immer noch und erinnert sich daran, wie die Musik darauf früher klang.